Marot

Marot
Marot
 
[ma'ro],
 
 1) Clément, französischer Dichter, * Cahors 23. 11. 1496, ✝ Turin 10. (12.?) 9. 1544; Sohn des Hofpoeten Jean Marot (* um 1450, ✝ 1527), der ihn in der Verskunst der Rhétoriqueurs unterwies. 1519 trat er in den Dienst der Margarete von Navarra, floh jedoch - nach wiederholter Haft (1526/27) aufgrund seiner Sympathie für die Reformation - wegen seiner antipäpstlichen Haltung 1534 zunächst nach Nérac, dann nach Italien, wo er sich u. a. am Hof der Renata in Ferrara aufhielt. 1536 durfte er nach Frankreich zurückkehren, setzte sich aber wegen seiner freien Psalmenübersetzung (»Trente pseaulmes de David«, 1541, erweiterte Ausgabe 1543), die auch in den reformierten Psalter aufgenommen wurde, erneut dem Häresieverdacht aus und ging 1542 (von Genf über Savoyen nach Turin) wieder ins Exil.
 
Marot pflegte noch die mittelalterlichen poetischen Formen (u. a. Rondeau und Ballade) und gab (1532) auch die Gedichte F. Villons heraus. Daneben entwickelte er die in der italienischen Renaissance wieder auflebenden antiken Formen der Versepistel, der Elegie, der Ekloge und besonders des Epigramms (nach Martial) und übersetzte antike Autoren (u. a. Werke von Lukian, Ovid und Vergil). Ebenfalls unter italienischem Einfluss führte er das Sonett in die französische Poesie ein. Marot war einer der Wegbereiter der Pléiade.
 
Ausgaben: Œuvres complètes, herausgegeben von Claude A. Mayer, 6 Bände (1958-80).
 
Ausgewählte Werke, herausgegeben von E. P. Heibel (1950); Epigramme, übersetzt von M. Beutler (1967).
 
 
Pauline M. Smith: C. M., poet of the French Renaissance (London 1970);
 Claude A. Mayer: C. M. (Paris 1972);
 G. Joseph: C. M. (Boston, Mass., 1985).
 
 2) Daniel, der Ältere, französischer Baumeister und Kupferstecher, * Paris um 1663, ✝ Den Haag 4. 6. 1752, Sohn von 3); entwarf im Dienst Wilhelms III. von Oranien in den Niederlanden und England Schlösser und Wohnhäuser im Stil Louis-quatorze, auch Gärten (Hampton Court, London). Er schuf ferner Innenausstattungen und Dekorationsentwürfe sowie Ornamentstiche, die weite Verbreitung fanden.
 
 3) Jean, französischer Baumeister und Kupferstecher, * Paris (?) 1619, ✝ ebenda 15. 12. 1679, Vater von 2); überlieferte in seinen Stichen Bauten der Zeit Ludwigs XIV. (z. B. Schloss Richelieu von J. Lemercier). Er schuf Pläne für die Ostfassade des Louvre und für das Mannheimer Schloss (nicht ausgeführt).
 

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Marot — (spr. ro), Clément, franz. Dichter, geb. in Cahors 1497, gest. 1544 in Turin, Sohn des Dichters Jean M., kam früh nach Paris, wurde Page der Margarete von Valois, mit der er ein vertrautes Verhältnis unterhalten haben soll; dann im Dienste Franz… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Marot — (spr. roh), Clément, franz. Dichter, geb. 1495 zu Cahors, Kammerdiener bei Franz I., gest. im Sept. 1544 zu Turin; verfaßte in graziösem Stil (Style marotique) Chansons, Balladen, Episteln, Epigramme, auch Psalmen …   Kleines Konversations-Lexikon

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